Die Geschichte des Mataré-Gymnasiums - Teil 1

Die Vorgeschichte: Bildungsreform und Schulreformen

Die 60er Jahre waren bundes- und landesweit von der Durchführung schulischer Reformen geprägt. Bekannt ist, dass durch diese Reformen die Mängel, die sich in der schulischen Versorgung vor allem der sozial schwächeren Bevölkerungsteile zeigten, bekämpft werden sollten.

Wenn man heute jedoch das dichtbesiedelte Gebiet zwischen Düsseldorf, Krefeld und Neuss betrachtet, ist kaum noch vorstellbar, dass diese Gegend einmal als ländliches Gebiet unter schulischer Unterversorgung litt:

Als hier die Wohnbevölkerung sprunghaft anstieg, zeigte eine Untersuchung für den damaligen Kreis Grevenbroich zur Situation im Bereich der Gymnasien und Realschulen aus dem Jahre 1964 eine dramatische Situation:

Während im Landesdurchschnitt 16% der schulpflichtigen Kinder eines Jahrgangs an Gymnasien eingeschult wurden, lag dieser Anteil in diesem Landkreis nur bei 4,7%. Auch beim Besuch der Realschulen (landesweit 10% der schulpflichtigen Kinder) lag der Anteil mit nur 3,9% deutlich unter dem Landesdurchschnitt.

Im Gebiet der späteren Stadt Meerbusch, d.h. zwischen den Großstädten Düsseldorf und Krefeld, gab es damals kein Gymnasium. Schüler, die ein Gymnasium besuchen wollten, waren zu weiten Schulwegen gezwungen - wobei die Verkehrsverbindungen deutlich schlechter waren als heute und die Eltern selbst fü die Fahrtkosten ihrer Kinder aufkommen mussten.

Als die Landesregierung NRW in den 60er Jahren als ersten Teil einer großangelegten Bildungsreform die Förderung der gymnasialen Bildung durch die Gründung und den Ausbau neuer Gymnasien in die Wege leitete, war es angesichts dieser Lage nur konsequent, dass auch die Schulsituation in dieser Region verbessert werden sollte.

Nachdem zunächst die Frage einer Realschule im Jahre 1963 geklärt werden konnte, stand die Errichtung eines Gymnasiums im östlichen Kreisgebiet Kempen-Krefeld zur Diskussion. Ebenso erwog der Landkreis Grevenbroich den Bau eines Gymnasiums in Büderich. Unter der Leitung des Schulkollegiums Düsseldorf verhandelten dann die beiden Kreise gemeinsam über die Übernahme der Trägerschaft für ein Gymnasium, da die beteiligten Gemeinden nach Ansicht der Kreise aus finanziellen Gründen nicht dafür in Frage kamen.

Im Laufe der im Jahre 1967 geführten Verhandlungen zeichnete sich dann ab, dass der Kreis Kempen-Krefeld nicht mehr an der Trägerschaft interessiert war: Im Vorfeld der kommunalen Neugliederung wurde die Angliederung des östlichen Kreisgebietes an den Landkreis Grevenbroich geplant. Somit übernahm der Landkreis Grevenbroich allein die Trägerschaft des neu zu errichtenden Gymnasiums und bestimmte Büderich als Standort.

Das so entstandenen "Kreisgymnasium" in Büderich nahm 1968 den Unterricht auf, zunächst in provisorischen Räumen im Marienheim an der Necklenbroicher Straße, wo zuvor die Schüler der ebenfalls neu gegründeten Kreisrealschule Büderich untergebracht gewesen waren. (Die Realschule hatte im Herbst 1968 ihren Schulbetrieb am Weißenberger Weg aufgenommen, so dass das Gymnasium bis zur Fertigstellung seines eigenen Schulgebäudes im Jahre 1974 die freiwerdenen Schulpavillions der Realschule bezog.)


weiter: Die Geschichte des Mataré-Gymnasiums - Teil 2