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Literaturaufführung "Die chinesische Mauer" PDF Drucken E-Mail

Der chinesische KaiserDer Literaturkurs der Stufe 12 unter der Leitung von Katharina Urmersbach versammelte Personen, Persönlichkeiten aus über zwei Jahrtausenden Weltgeschichte auf der Bühne - Konflikte sind dabei vorprogrammiert, auch wenn sich scheinbar vieles immer wiederholt.

Bei der Premieren-Aufführung erlebten die Zuschauenden ein ausgereiftes Spiel der Schülerinnen und Schüler, die sich zu Beginn ihrer Proben einem Casting ausgesetzt hatten, um die Rollen optimal zu besetzen.  

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Romeo und Julia zwischen Don Juan und Philipp von Spanien - hat die Liebe eine Chance zwischen Genussmensch und Despot?
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Die Bäuerin Olan mit ihrem stummen Sohn - die entscheidende Rolle?

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Pontius Pilatus, der sich seiner bedeutenden Rolle nicht bewusst sein will - und die Unbekannte aus der Seine
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Bedeutung vor allem in der jüngeren Geschichte: Cut und Frack als Vertreter der Wirtschaft - die neue Macht?
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Cleopatra, die Opportunistin - stets an der Seite der mächtigen Männer - aber ist Columbus wirklich ein Fall für sie?

 

SzenenbildMax Frisch lässt in seinem Stück die Großen der Weltgeschichte zusammenkommen - sie stehen gleichzeitig als Symbole für Charaktere, die uns nur allzu vertraut vorkommen.

 

Phillip von Spanien, Napoleon Bonaparte - sie haben ihren Zeiten den Stempel aufgedrückt - und dennoch sollen sie nicht wiederkommen. Zu blutig war ihre Herrschaft, zu viel Unglück haben sie gebracht - sie verstehen es nicht.

Dann gibt es andere Wege, mit sich und der Welt zurechtzukommen: Pilatus wäscht wiederholt seine Hände in Unschuld, Columbus versinkt in der Enttäuschung, völlig danebengelegen zu haben. Don Juan und Cleopatra nutzen die Gelegenheit, er immer auf der Suche nach dem Ich, sie in den Armen der mächtigen Männer. Und Brutus, der Aufrechte, der seine Ideale mit der Waffe verteidigt.

Dazwischen die "einfachen Leute", die Bäuerin mit ihrem Sohn, die Unbekannte aus der Seine.

 

Zwischen allem irrt Der Heutige herum, mit dem Wissen aus mehr als 2000 Jahren Geschichte, mit dem Anspruch, alles besser machen zu wollen und den Tyrannen Einhalt zu gebieten - scheiternd an der Unfähigkeit, wirklich verbessernd in den Lauf der Zeit eingreifen zu können.

  

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Der Thron des Kaisers wird vorbereitet ...
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... während die Großen der Welt im Partykeller abgestellt sind.

 

Der chinesische Kaiser hat die Mächtigen und Berühmten an seinem Hof versammelt - scheinbar nur, das sie in seinem strahlenden Umfeld zur Bedeutungslosigkeit verkümmern. Er sichert seine und damit auch ihre Existenz - er baut die große chinesische Mauer, angeblich gegen die wilden Horden aus den babarischen Ländern, in Wirklichkeit soll sie seine Macht konservieren und der Zukunft Einhalt gebieten.

 

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Der Kaiser ist eingetroffen - der Hofstaat erweist ihm seine Ehrerbietung.
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Für den militärischen Ruhm des Kaisers ist sein General zuständig.
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Der Lohn des Generals soll die Tochter des Kaisers sein.
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Cleopatra und der Kaiser - eine bekannte Symbiose.

 

Das kann natürlich nicht gut gehen - der Heutige hofft auf  den Aufstand der Unterdrückten.

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Der Kaiser lässt seine Unsicherheit an der vermeintlichen Stimme des Volkes aus - er legt dem Stummen die Worte der berechtigten Kritik in den Mund.
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Dem aufrechten Brutus, der bereit ist, mit Gewalt die Republik zu verteidigen, lässt sich von den Wirtschaftsvertretern ködern

Der Aufstand geschieht - aber auch der Aufstand wird von neuen Mächtigen (hier dem General) instrumentalisiert, der Stumme wird zur Stimme des Volkes, indem ihm die Worte in den Mund gelegt werden.

 

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Die Stimme des Volkes ist verstummt.
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Der Aufstnd hat stattgefunden - die Stimme des Volkes bleibt stumm.
 Am Ende hat sich nichts geändert - um Romeo und Julia dreht sich zeitlos das Karussell der Welt.Image

 

 

 

 
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