| Literaturaufführung "Die chinesische Mauer" |
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Bei der Premieren-Aufführung erlebten die Zuschauenden ein ausgereiftes Spiel der Schülerinnen und Schüler, die sich zu Beginn ihrer Proben einem Casting ausgesetzt hatten, um die Rollen optimal zu besetzen.
Phillip von Spanien, Napoleon Bonaparte - sie haben ihren Zeiten den Stempel aufgedrückt - und dennoch sollen sie nicht wiederkommen. Zu blutig war ihre Herrschaft, zu viel Unglück haben sie gebracht - sie verstehen es nicht. Dann gibt es andere Wege, mit sich und der Welt zurechtzukommen: Pilatus wäscht wiederholt seine Hände in Unschuld, Columbus versinkt in der Enttäuschung, völlig danebengelegen zu haben. Don Juan und Cleopatra nutzen die Gelegenheit, er immer auf der Suche nach dem Ich, sie in den Armen der mächtigen Männer. Und Brutus, der Aufrechte, der seine Ideale mit der Waffe verteidigt. Dazwischen die "einfachen Leute", die Bäuerin mit ihrem Sohn, die Unbekannte aus der Seine.
Zwischen allem irrt Der Heutige herum, mit dem Wissen aus mehr als 2000 Jahren Geschichte, mit dem Anspruch, alles besser machen zu wollen und den Tyrannen Einhalt zu gebieten - scheiternd an der Unfähigkeit, wirklich verbessernd in den Lauf der Zeit eingreifen zu können.
Der chinesische Kaiser hat die Mächtigen und Berühmten an seinem Hof versammelt - scheinbar nur, das sie in seinem strahlenden Umfeld zur Bedeutungslosigkeit verkümmern. Er sichert seine und damit auch ihre Existenz - er baut die große chinesische Mauer, angeblich gegen die wilden Horden aus den babarischen Ländern, in Wirklichkeit soll sie seine Macht konservieren und der Zukunft Einhalt gebieten.
Das kann natürlich nicht gut gehen - der Heutige hofft auf den Aufstand der Unterdrückten.
Der Aufstand geschieht - aber auch der Aufstand wird von neuen Mächtigen (hier dem General) instrumentalisiert, der Stumme wird zur Stimme des Volkes, indem ihm die Worte in den Mund gelegt werden.
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Der Literaturkurs der Stufe 12 unter der Leitung von Katharina Urmersbach versammelte Personen, Persönlichkeiten aus über zwei Jahrtausenden Weltgeschichte auf der Bühne - Konflikte sind dabei vorprogrammiert, auch wenn sich scheinbar vieles immer wiederholt.




Max Frisch lässt in seinem Stück die Großen der Weltgeschichte zusammenkommen - sie stehen gleichzeitig als Symbole für Charaktere, die uns nur allzu vertraut vorkommen.









